2026. 07. 07.
Für manche bestimmt eine Präsentation die Richtung. Bei anderen ist es ein Praktikum, das den entscheidenden Impuls gibt. Der berufliche Weg von Péter Eigner wurde von Neugier, technischem Verständnis und dem Anspruch auf kontinuierliche Verbesserung geprägt.
In seinen Jahren bei Audi Hungaria entwickelte sich Lean für ihn nicht nur zu einem Fachgebiet, sondern zu einer grundlegenden Denkweise. Im Gespräch mit ihm spannt sich der Bogen von den ersten Schritten bis hin zur Analyse komplexer Wertströme.

Während meines Studiums hielt András Torma, Umweltspezialist bei Audi Hungaria, einen Vortrag im Rahmen eines Seminars zum Umweltmanagement. Dieser hat mich so beeindruckt, dass ich mich direkt um einen Praktikumsplatz bewarb. Im Sommer 2006 war ich drei Monate in der zentralen Instandhaltung tätig, wo ich Prozessbeschreibungen erstellte und technische Zeichnungen mit AutoCAD anfertigte.
Ein Jahr später kehrte ich für ein weiteres Praktikum zurück. Im Frühjahr 2008 suchte ich im Hinblick auf meine Diplomarbeit gezielt eine Tätigkeit an einer Produktionslinie und kam so in die V6-Otto-Kurbelwellenfertigung. Dort unterstützte ich die Instandhaltungsingenieure im mechanischen, elektrischen und werkzeugtechnischen Bereich. Parallel dazu verfasste ich meine Abschlussarbeit über die TPM-Strategie der Linie.
Für meine Diplomarbeit erhielt ich das Stipendium der Pro Progressio Stiftung, mit dem jährlich jeweils zwei Absolvent_innen pro Fakultät ausgezeichnet werden. Nach dem Studium war für mich klar, dass ich nach Győr und zu Audi Hungaria zurückkehren wollte – diesmal als Mitarbeiter.
Ursprünglich wollte ich in meinem bisherigen Bereich bleiben, erhielt jedoch die Möglichkeit, in das Lean-Koordinatorenteam einzusteigen. Bei der Vorbereitung auf das Bewerbungsgespräch wurde mir bewusst, dass ich bereits im Studium mit vielen Lean-Grundlagen vertraut geworden war. Je klarer sich das Gesamtbild abzeichnete, desto überzeugter war ich, dass diese Aufgabe sehr gut zu mir passt. So begann ich am 1. September 2008 als APS-Koordinator bei Audi – eine Aufgabe, der ich bis heute mit großer Begeisterung nachgehe.
Ziel der Lean-Philosophie ist es, Verschwendung zu minimieren und kontinuierliche Verbesserungen zu erzielen, um Produkte und Dienstleistungen möglichst effizient bereitzustellen. Dieser Gedanke passt sehr gut zu meiner Persönlichkeit – ich habe stets den Anspruch, Dinge zu optimieren.
In meiner Arbeit setze ich verschiedene Methoden und Werkzeuge ein. Anfangs moderierte ich Optimierungsworkshops vor allem im Montage- und mechanischen Bereich. Anschließend hielt ich mehrere Jahre APS-Schulungen für neue Mitarbeitende im Trainingscenter der Antriebproduktion. Später rückte die Wertstromanalyse in den Mittelpunkt meiner Tätigkeit – zunächst mit Fokus auf einzelne Produktionslinien, heute entlang des gesamten Lebenszyklus von Produktfamilien und Komponenten.
Die Vorgehensweise ist vierstufig. Zunächst definieren wir den Analysegegenstand, basierend auf dem Pareto-Prinzip – wir konzentrieren uns auf jene Produktfamilien, die rund 80 % des Jahresvolumens ausmachen. Anschließend bewerten wir den Ist-Zustand und identifizieren Potenziale. Darauf aufbauend entwickeln wir ein Zielbild und konkrete Maßnahmen. In der dritten Phase – der Wertstromplanung – werden gemeinsam mit den verantwortlichen Bereichen Maßnahmen definiert und Verantwortlichkeiten festgelegt.
Der vierte Schritt ist das Follow-up: Hier berichten die Verantwortlichen regelmäßig über Fortschritte und Ergebnisse, etwa Kosteneinsparungen, Bestandsreduzierungen oder verkürzte Durchlaufzeiten. Nach etwa zwei Jahren beginnt der Zyklus erneut.
Würdest du rückblickend etwas anders machen?Nein. Schon im Bewerbungsprozess war mir klar, dass Lean genau mein Thema ist. Ich habe damals gesagt: Wenn mir die Aufgabe gefällt, bleibe ich. Und genau so ist es gekommen – diese Rolle bietet mir die Vielfalt und die Herausforderungen, die mich motivieren.
Entscheidend ist die intrinsische Motivation. Ohne Engagement geht es nicht. Gleichzeitig braucht es ein Umfeld, das Entwicklung fördert. Ich habe das Glück, mit Kolleg_innen zu arbeiten, die ebenfalls diesen Anspruch haben.
Ja, mehrere – unter anderem die Einführung der Wertstromplanung sowie die Entwicklung einer Methodik zur Bestimmung von Fertigwarenbeständen.
Besonders stolz bin ich auch darauf, dass wir seit 2013 Lean Management an der Széchenyi-István-Universität als eigenständiges Fach lehren. Die Ausbildung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit Audi und vermittelt praxisnahes Wissen für angehende Ingenieur_innen.
Meine Freizeit gehört vor allem meiner Familie und meinem fünfjährigen Sohn. Wir verbringen viel Zeit miteinander, und meine Frau organisiert immer wieder schöne gemeinsame Aktivitäten.
Darüber hinaus spielt Sport eine wichtige Rolle: Dieses Jahr habe ich nach längerer Pause wieder am Spartan Race teilgenommen. Außerdem arbeite ich an der Entwicklung eines eigenen Brettspiels – es ist noch nicht perfekt, aber genau darum geht es ja bei kontinuierlicher Verbesserung.
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