Audianer in der weiten Welt: Auch Neckarsulm macht einen guten Eindruck auf der beruflichen Palette von Ádám Horváth

2026. 02. 25.

Eine Landschaft, eine Aussicht, eine Szene können malerisch sein – aber auch eine berufliche Laufbahn. Ein Beispiel dafür ist Ádám Horváth, der an der Universität Győr Maschinenbau studiert hat und sich bereits als Berufseinsteiger für Audi Hungaria engagierte, wo er auch sein Praktikum absolvierte. Anlässlich seiner Entsendung nach Neckarsulm haben wir ihn zu den „Farben” seiner fast zwei Jahrzehnte langen Laufbahn bei Audi befragt.

In welchem Bereich hast du bei Audi Hungaria gearbeitet? Was waren deine täglichen Aufgaben und Verantwortungsbereiche?

Ich habe meinen Abschluss als Maschinenbauingenieur an der Széchenyi István Universität in Győr gemacht und meine berufliche Laufbahn bei Audi Hungaria begonnen. Zunächst arbeitete ich für kurze Zeit im Bereich Motorenproduktion, dann wechselte ich bei der Gründung des Fahrzeugwerks – vor nunmehr 15 Jahren – in die Lackiererei. Hier beschäftigte ich mich mit Roboterprogrammierung, Typenintegration, der Vorbereitung neuer und individueller Farben sowie der Einführung von Mattlackierungen und neuen Verfahren und leistete außerdem technische Unterstützung in mehreren Bereichen der Lackierung. Für mich war es ein großer Vorteil, dass ich den Bau der Lackiererei von Anfang an mitverfolgen und alle Phasen gründlich kennenlernen konnte. Das Gleiche gilt für die späteren Automatisierungs- und Umbauprozesse.

 

Worauf bist du besonders stolz in Bezug auf deine Karriere hier?

2023 habe ich den „Best Copy Award” des VW-Konzerns gewonnen, nachdem es mir gelungen war, eine Optimierung der Lackieranwendung zu genehmigen, die zuerst in Győr und später auch an mehreren anderen Standorten des Konzerns eingeführt wurde. Die sogenannten PDM-Blätter der neu entwickelten Modelle – die beispielsweise die Lackschichtdicke, den Korrosionsschutz und die Lackspezifikationen enthalten – wurden anschließend auf diese optimierte Weise ausgearbeitet. Ich bin auch stolz darauf, dass ich mich dank Audi Hungaria – ähnlich wie meine zuvor erwähnte Lösung – an mehrere Standorte des Volkswagen-Konzerns geschafft habe.

 

Zum Beispiel nach Neckarsulm...

Ich habe meinen Vorgesetzten mitgeteilt, dass ich aufgrund meiner Erfahrungen in Győr gerne an der Einrichtung einer neuen Lackiererei mitwirken würde. Ich musste etwa ein Jahr auf die Gelegenheit, auf die von dem Standort Neckarsulm ausgeschriebene Stelle warten. Da ich mich erfolgreich beworben hatte, wurde ich für die Dauer des Anlaufs Prozessingenieur und Roboterprogrammierer für die Decklackierung.

 

Was hat dich an dieser Entsendung gereizt?

Die Möglichkeit zur beruflichen Weiterentwicklung. Während des Umbaus mussten wir zahlreiche Herausforderungen bewältigen: Wir mussten gleichzeitig die neuen Roboterlinien in Betrieb nehmen und eine für Audi völlig neue Lackiertechnologie ohne Grundierung für die Modelle A5 und A6 einführen, während wir gleichzeitig die Fertigung und Stückzahlen der bisherigen Modelle sicherstellen mussten.

 

Wo arbeitest du momentan und was sind deine tagtäglichen Aufgaben?

Neben der Fine Optimierung der zuvor erwähnten Prozesse und Typen bringen auch Neuheiten Abwechslung in meinen Alltag. Dazu gehören beispielsweise die Umstellung des Modells e-tron GT auf eine Lackierung ohne Grundierung sowie die Einführung der Mattlackierung, die bald auch bei den Modellen A5 und A6 zum Einsatz kommen wird. In diesem Jahr beginnt auch die Integration des kürzlich vorgestellten Modells Audi C-Concept Sport, was ebenfalls viele Aufgaben für mich mit sich bringen wird.

 

Was motiviert dich am meisten bei deiner Arbeit?

Die Herausforderungen, die durch Neuerungen entstehen, und deren Lösung. Dazu gehörten beispielsweise das Kennenlernen und Optimieren der modernsten und innovativsten Technologien, aber natürlich auch der Bau oder die Einrichtung eines neuen Werks.

 

Wie ist dein Verhältnis zu deinen Kolleginnen und Kollegen in Neckarsulm?

Es ist sehr gut, und zwar nicht nur zu denen, die ich schon vorher kannte. Wir haben ein Team, das gut zusammenhält, auch außerhalb der Arbeit. Die Menschen sind hier übrigens grundsätzlich sehr offen gegenüber anderen Nationalitäten. Das habe ich schon zu Beginn erlebt, meine Integration hier verlief dementsprechend reibungslos.

 

Was sind die größten Unterschiede in der Arbeitsplatzkultur dort und hier?

Zu Hause sind die Aufgabenbereiche viel flexibler und übergreifender, während hier streng darauf geachtet wird, wer welche Aufgaben hat bzw. welche Tätigkeiten die Aufgabenbereiche umfassen.

 

Was sind deiner Meinung nach die persönlichen und fachlichen Qualitäten, die unerlässlich sind, um während einer Entsendung zurecht zu kommen? Was empfiehlst du denjenigen, die sich auf eine Entsendung begeben wollen, noch vorher zu tun?

Auf jeden Fall sind Offenheit und Flexibilität erforderlich. Außerdem muss man sich Zeit geben, bis man sich in einer neuen Arbeitsumgebung, in der man plötzlich Hunderte von neuen externen und internen Mitarbeitenden hat, wohlfühlt. Um Beziehungen aufzubauen, braucht man jedoch bei weitem nicht so viel Geduld wie für die Bürokratie. In dieser Hinsicht lohnt es sich, schon vorab aus Győr einiges zu klären, wenn beispielsweise der Ehepartner im Ausland arbeiten möchte oder das Kind im Kindergarten- oder Schulalter ist...

 

Bist du also mit deiner Familie hingereist?

Wir sind mit meiner Frau und unserem damals einjährigen Sohn – und unserem kleinen Hund – umzogen. Inzwischen hat auch meine Frau hier angefangen zu arbeiten, und unser Sohn geht schon in den Kindergarten. Er hat sich schnell eingewöhnt und kann schon ganz gut Deutsch.

 

Wie verbringt ihr eure Freizeit? Erzähl mir, was ihr bisher in der Gegend gesehen bzw. besucht habt, wo ihr Ausflüge gemacht habt. Was möchtet ihr unbedingt noch sehen bzw. besuchen?

Wir reisen gerne und haben daher mehrere Orte in der Gegend besucht. Nürnberg und Würzburg haben uns gut gefallen, aber Heidelberg ist unser Favorit. Die Altstadt gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe, und die Universität feiert in diesem Jahr ihr 640-jähriges Bestehen und ist damit die älteste Hochschule Deutschlands. Frankreich und die Schweiz sind auch in der Nähe. In Straßburg waren wir schon, aber wir würden auch gerne einmal in die französische Hauptstadt fahren. Von Karlsruhe aus ist Paris mit dem Zug in drei Stunden zu erreichen. Wir planen auch einen Ausflug in die Schweiz und würden gerne die Quelle der Donau im Schwarzwald besuchen.

 

Wie lange dauert deine Entsendung?

Ursprünglich war sie auf zwei Jahre befristet, aber im Juli dieses Jahres läuft bereits die einjährige Verlängerung aus.

 

Was fehlt dir am meisten von den Dingen zu Hause?

Die Familie und die Freunde, und natürlich der Plattensee. Ansonsten ist hier praktisch alles andere verfügbar wie zu Hause.

 

Wie oft reist ihr nach Hause?

Im Durchschnitt sehen wir unsere Familienmitglieder alle zwei bis drei Monate, entweder besuchen wir sie oder sie besuchen uns. In den Sommer- und Winterferien fahren wir nach Hause und bleiben dann möglichst etwas länger.

 

Könntest du dir vorstellen, auch nach deiner Entsendungszeit weiterhin im Ausland zu leben?

Wir planen, nächsten Sommer nach Hause zurückzukehren, weil wir unser Zuhause vermissen. Aber später würde ich auf jeden Fall gerne wieder eine ähnliche Entsendung mitmachen. Wenn das mit meiner Familie vereinbar ist, würde ich gerne auch ein Abenteuer in Übersee ausprobieren.

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